OFFENES WORT

In meiner Laufbahn als Hundetrainer, habe ich schon sehr viele Hunde ausgebildet. Alle gehorchten sie nach der Ausbildung aufs Wort. Aber ob sie sich auch immer wohl fühlten? Ich musste in dieser Zeit, und das sind immerhin schon 43 Jahre Ausbildung, mir auch einige Irrtümer eingestehen. Hatte ich doch als junger Mensch den Ehrgeiz mich über das Können meiner Hunde zu beweisen. Ich begab mich in einen Hundeverein und wollte den Hundesport ausführen, ob mein Hund dafür geeignet war oder nicht. Frühzeitig musste ich dann erkennen, daß nicht jeder Hund dafür bestimmt war so perfekt zu arbeiten, wie ich es mir vorstellte.

Rex

Da gab es ein ungleiches Paar, ein Hund “Rex” und eine Hündin “Senta”, die ich für einen Gaststättenbesitzer ausführen durfte. Rex war ein schwarzer Rüde, eine Kämpfernatur. Senta war eine sensible schwarz braune Mischlingshündin. Rex war geeignet für sportliche Aufgaben. Er funktionierte perfekt, denn er hatte Temperament. Für ein Bällchen- oder Stöckchenspiel hatte er alles getan. Man konnte bei ihm in der Ausbildung ruhig einmal am Stachelhalsband rucken. Er nahm es nicht krumm. Senta dagegen schaute mich nur mit ihren treuen Augen an, wenn ich ihr die Grundübungen beibringen wollte. Nicht das wir uns falsch verstehen. Senta gehorchte gut, aber für mich nicht schnell, nicht gut genug. Ob meine Senta sich da immer wohl fühlte?

Einige Jahre später, ich war zur Lehre, traf ich Rex und Senta mit einem anderem Jungen der sie ausführte. Beide freuten sich riesig, als sie mich sahen. Rex wollte gar nicht zurück, er wollte bei mir bleiben, was mich sehr stolz machte. Senta war nach kurzer Freude wieder zu ihrem neuen Begleiter gelaufen, worüber ich sehr enttäuscht war. Sie fühlte sich dort wohler.  Für mich ein absolutes Schlüsselerlebnis.

Es sind nicht alle Hunde gleich und deshalb brauchen sie eine individuelle Betreuung bei der Erziehung.
Rex freute sich, er forderte mich richtig auf mit ihm die Grundübungen zu absolvieren, in der Hoffnung auf ein Bällchen- oder Stöckchenspiel. Senta war zufrieden, wenn man  mit ihr spazieren ging. Sie guckte, als wollte sie sagen, bloss  nicht mit mir jetzt üben. Ich hatte noch einige solcher Schlüsselerlebnisse und leider merkte ich oft erst zu spät, was für tolle Hunde ich an der Leine hatte.  Heute weiss ich, daß nicht ich mit meinem Wissen die vielen Hunde ausgebildet habe, sondern die Hunde mit ihre Individualität mich ausgebildet haben. Sie haben mich gelehrt, sie so zu sehen wie sie wirklich sind mit ihrer unterschiedlichen Mentalität.

Als Hundelehrer sehe ich heute meine Aufgabe darin, Ihnen zu zeigen, wie einfach und  natürlich man Hunden etwas vermitteln kann. Ihre Sensibilität und Ihr Spielvermögen in der Erziehung nutzt und wie ein Hund kombiniert. Wo das Aggressionsverhalten herkommt und natürlich warum er oder sie anscheinend so viele Unarten an sich haben usw.. Lernen Sie, liebe Hundefreunde und Hundebesitzer von meiner Erfahrung im Umgang mit Ihrem Hund.

Senta

Selbstverständlich habe ich heute auch eigene Hunde. Vielleicht lernen Sie ja meine Hunde einmal kennen? Ich würde mich freuen.

                                                                                    Ihr  Frank Klose                                                                                                            zurück